VORREDE

Hier eine Sammlung meiner absoluten Lieblingsrezepte. Die meisten davon sind zwar nicht "gotisch", aber gehören irgendwie doch in die Rubrik "Hexenküche" - weil meine Küche jedesmal so aussieht, nachdem ich den Kochlöffel geschwungen habe. Nein, im Ernst, folgende Rezepte kann ich wirklich nur begeistert empfehlen, sie sind genial. (Warum verrate ich sie eigentlich...???)
Bei der Auswahl habe ich auch besonderen Wert darauf gelegt, daß (zeitlicher und finanzieller) Aufwand und Ergebnis in einem überzeugenden Verhältnis zueinander stehen.
Hinzuweisen ist auch auf die praktischen Anmerkungen zu fast jedem Rezept. Hier steht etwa, wieviel der ganze Spaß ungefähr kostet. Außerdem weise ich auf die größten Stolperfallen bei der Zubereitung hin (in die ich selber teilweise reingetappt bin, leider).
Viele Gerichte sind übrigens vegetarisch.

1. Lieblingsrezept: Lauchsuppe mit Gorgonzola (Vegetarisch)

ZUTATEN für 4:

750 g Lauch
250 g Kartoffeln
200 g Gorgonzola
1 l Gemüsebrühe
1 Bund Petersilie
1 EL Butter
Pfeffer

Den Lauch in kleine Ringe schneiden. Die geschälten Kartoffeln in kleine Würfel schneiden.
Die Butter bei mittlerer Hitze in Topf zerlassen. Lauch und Kartoffeln rein und zugedeckt etwa 2 min dünsten. Dann die Brühe dazu und die Suppe zugedeckt 15 min leise köcheln lassen, bis die Kartoffeln weich sind.
Petersilie hacken, Gorgonzola entrinden und würfeln. Beides in die Suppe rühren, bis der Käse geschmolzen ist. Dann sofort vom Herd nehmen. Mit Pfeffer abschmecken.

BEMERKUNGEN: Lecker und preiswert (der Gorgonzola von der Norma - der übrigens besser ist als der vom ALDI - erfüllt den Zweck völlig). Außerdem schnell zuzubereiten und ohne Schwierigkeiten - man muß nur aufpassen, daß der Topf nicht zu heiß ist oder zu heiß wird in den kritischen 2 min des Dünstens - sonst brennt das Gemüse rein.

2. Lieblingsrezept: Gurkencremesuppe

ZUTATEN für 4

3/4 l Fleischbrühe
1 große Salatgurke
2 Bund Dill
100 g Sahne
2 EL Butterschmalz
2 EL Mehl
2 Eigelb
3 Tropfen Tabasco
Salz, Pfeffer

Fleischbrühe erhitzen. Gurke schälen, halbieren, die Kerne entfernen, in kleine Würfel schneiden. Butterschmalz erhitzen, die Würfel darin glasig dünsten. Mehl darüber stäuben, umrühren. Fleischbrühe aufgießen, etwa 5 min leise köcheln lassen, dann vom Herd. Eigelbe und Sahne einrühren, mit den drei Gewürzen abschmecken. Fein geschnittenen Dill darüber streuen.

BEMERKUNGEN: Dieses Rezept finde ich deshalb so genial, weil das Ergebnis wie Spargelcremesuppe schmeckt, aber preisgünstiger und saisonunabhängig ist und auch nicht die so häufigen langen, ekligen Fasern des Spargels aufweist. Falsch machen kann man eigentlich nichts (solange man die Gurke so behandelt wie oben beschrieben). Der einzige Martinitropfen: Es ist nicht vegetarisch. Mit Gemüsebrühe schmeckt es deutlich lascher.

3. Lieblingsrezept: Apfel-Fenchel-Salat mit Orangensauce (vegetarisch)

ZUTATEN für 4:

Eine große Fenchelknolle mit noch etwas Grün
2 große rotschalige, säuerliche Äpfel
1 Orange
1 Zitrone
200 g Joghurt
150 g Sahne
14 Walnußkerne
2 TL Senf
Salz

Orange und Zitrone auspressen. Sahne halbsteif schlagen. Joghurt, Fruchtsaft und Senf unterrühren und die Sauce mit Salz abschmecken.
Fenchelknolle längs teilen und in sehr dünne Streifen schneiden. Die Äpfel vierteln, entkernen und in dünne Scheiben schneiden.
Die Sauce unter den Salat heben. Mit Walnußkernen und Fenchelgrün garnieren.

BEMERKUNGEN: Der eleganteste Salat, den ich kenne. Vom Fenchel darf man sich nicht abschrecken lassen, der Salat hat mit dem scheußlichen Fencheltee überhaupt nichts zu tun. Man darf die Sauce nicht versalzen, ansonsten kann eigentlich nichts schiefgehen.

4. Lieblingsrezept: Spaghetti Cacio e Pepe (vegetarisch)

ZUTATEN für 4:

500 g Spaghettini (ohne Ei)
150 g Parmesan
1 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
1 EL gutes Olivenöl
Salz

Käse reiben. Pasta nach Packungshinweis kochen, abtropfen lassen, Käse, Pfeffer und Olivenöl dazu, leicht salzen, gut vermengen.

BEMERKUNGEN: Es gibt meiner Meinung nach kein einfacheres, schnelleres Pastagericht, das gleichermaßen wohlschmeckend ist. In 10 Minuten (deshalb Spaghettini, die sind schneller "al dente" als dickere Spaghetti) ist alles fertig. In Rom, wo das Rezept herstammt, nimmt man römischen Pecorinokäse, aber mir schmeckt es mit Parmesan besser. Der Parmesan vom ALDI ist übrigens hervorragend! Was man vom OLivenöl leider nicht (mehr) behaupten kann. Man sollte gutes Olivenöl verwenden, denn es gilt ja die Regel, je weniger Zutaten, desto höher muß die Qualität von jenen sein.

5. Lieblingsrezept: Petersilienpesto mit Kartoffeln und grünen Bohnen (ohne Fleisch)

ZUTATEN für 4:

400 g Bavette
2 Kartoffeln
100 g Bohnen

Für die Pesto:
2 Bund Petersilie
1 kleine Zwiebel
2 Knoblauchzehen
2 Sardellenfilets
3 EL Kapern
2 EL Semmelbrösel
2 EL Weißweinessig
100 ml Olivenöl
Salz, Pfeffer

Die Zutaten für die Pesto in den Mixer, Pesto 1 Stunde zugedeckt ziehen lassen.
Kartoffeln würfeln, Bohnen in 2 cm lange Stücke schneiden. Beide 5 min in Salzwasser kochen, dann Bavette dazu. Weitere 10-15 min (je nach Packungshinweis) kochen.
Bavette dann abtropfen lassen und mit der Pesto vermengen.

BEMERKUNGEN: Eine wunderbare Idee, zu Pasta mit Pesto noch Bohnen und Kartoffeln zu geben. Besonders lecker schmeckt es, wenn die Kartoffeln schon leicht verkocht und etwas cremig sind. Man sollte ungefähr so viel Salz nehmen, wie man brauchen würde, wenn man die Nudeln alleine kochen würde. Und Petersilienpesto ist sowieso extrem lecker und einmal was anderes. Natürlich kann man auch normale Pesto zu der Nudel/Kartoffel/Bohnen-Kombination essen. Wenn man die Sardellen durch Salz ersetzt (was aber etwas schade wäre), hat man sogar ein veganes Gericht.

6. Lieblingsrezept: Pizzoccheri della Valtellina (vegetarisch)

ZUTATEN für 4:

400 g Buchweizenpasta (oder Dinkelnudeln, oder Vollkornnudeln)
400 g Wirsing (oder Mangold, oder Spinat)
2 Kartoffeln
200 g Fontinakäse
3 EL Parmesan
1 kleiner Bund Salbei
6 EL Butter
3 Knoblauchzehen
Salz, Pfeffer

Wirsing in 1 cm breite Streifen schneiden, Kartoffeln in 5 mm dicke Streifen schneiden. Beide 5 min in Salzwasser kochen, dann Nudeln hinzufügen und al dente kochen.
Währenddessen beim Fontina die Rinde entfernen und ihn in dünne Streifen schneiden. Parmesan reiben. Butter in einer Pfanne zerlassen und Salbei und Knoblauch darin goldbraun anbraten, dann Knoblauch herausnehmen.
Nudeln und Gemüse, wenn fertig, abtropfen lassen und mit dem Fontina und etwas Pfeffer vermischen. Salbeibutter darüber gießen, mit Parmesan bestreuen.

BEMERKUNGEN: Schmeckt wirklich sehr lecker. Allerdings ist Buchweizenpasta, eine Spezialität aus dem Veltliner Tal in Norditalien, nur sehr schwer zu bekommen. Aber die genannten Alternativen tun's auch. Fontinakäse sollte aufzutreiben sein. Statt dem frischen Salbei kann man zur Not auch getrockneten nehmen. Aufpassen muß man beim Anbraten des Knoblauchs. Ist die Butter zu kalt, gibt er keinen Geschmack an sie ab, ist sie zu heiß, brennt er an und verbreitet äußerst unangenehme Aromen.

7. Lieblingsrezept: Spaghetti mit Safran

ZUTATEN für 4:

400 g Spaghetti (ohne Ei)
150 g gekochter Schinken
200 g panna da cucina oder Créme double
50 g Parmesankäse
2 Eigelb
ein halbes Döschen Safran
Salz und Pfeffer

Pasta kochen. Währenddessen Sahne, 2 EL Wasser, Schinken und Safran in einem Töpfchen erhitzen, sobald es leicht köchelt, vom Herd nehmen, Parmesan hineinreiben und Eigelbe einrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit fertiger Pasta verrühren. Parmesan dazu reichen.

BEMERKUNGEN: Sehr empfehlenswert. Falsch machen kann man eigentlich nichts. Panna da cucina bekommt man in einem italienischen Laden, Créme double auch in einem großen Supermarkt. Normale Sahne ist hier jedoch kein gleichwertiger Ersatz und findet vor meinen gestrengen Augen keine Gnade!

8. Lieblingsrezept: Penne all' arrabbiata

Hier handelt es sich um ein Desiderat. Die "rabiaten" Nudeln aus Rom gehören zu meinen absoluten Lieblingsspeisen, aber es ist mir noch nie gelungen - trotz zahlloser Versuche - die Pasta so zu reproduzieren, wie ich sie in Rom in einigen Trattorias kosten durfte. Wer Tips hat, her damit...! Und wenn ich das ultimative Arrabbiata-Rezept gefunden habe, stelle ich es sofort hier herein.

9. Lieblingsrezept: Gebackene italienische Gemüsepfanne (vegetarisch)

ZUTATEN für 4:

2 Fenchelknollen
20 Kirschtomaten
1 Hand voll schwarze Oliven
5 Knoblauchzehen
Olivenöl
Butter
250 ml Weißwein
1 Hand voll frischer Thymianblätter
Salz, Pfeffer

Stiel und Grün von der Fenchelknolle trennen, Stiel fein schneiden, Knolle achteln (aber so, daß sie nicht auseinanderfällt). Knolle 10 min in Salzwasser kochen.
Währenddessen Backofen auf 220° vorheizen, Tomaten halbieren, Thymianblättchen von den Stielen trennen, Knoblauch hacken. Schließlich Fenchel, Tomaten, Oliven auf ein Backblech legen, mit Thymian, Fenchelgrün, ein paar Butterstückchen, Salz und Pfeffer überstreuen, den Wein und wenig Olivenöl darübergießen und 30 Minuten backen.

BEMERKUNGEN: Ein wunderbares Rezept, das gar nicht so spektakulär klingt. Auch von dem Fenchel darf man sich nicht abschrecken lassen. Man kann im übrigen auch seine Phantasie spielen lassen: Alle möglichen weiteren Gemüsesorten sind zusätzlich denkbar, man kann auch eine Hähnchenbrust mit dazu legen.

10. Lieblingsrezept: Pilze in Honig (vegetarisch)

Dies ist ein bizarres, aber extrem leckeres Gericht aus dem antiken Rom. Es ist unter "römischer Küche" aufgeführt.

11. Lieblingsrezept: Indische Kichererbsen (vegan)

ZUTATEN für 4:

800g Kichererbsen (Dose)
2 Zwiebeln
1/2 Dose gehackte Tomaten
1 TL frischer Ingwer
3 EL frischer Koriander
3 Knoblauchzehen
4 rote Chilis
1/2 TL Kurkuma
1 EL Korianderpulver
2 EL Zitronensaft
3 EL neutrales Pflanzenöl

Zwiebeln, Ingwer, Chilis, Knoblauch fein hacken, zusammen mit dem Kurkuma in Butter sanft andünsten, bis die Zwiebeln glasig sind. Erbsen abtropfen lassen, Flüssigkeit aufbewahren. Erbsen und Tomaten in den Topf geben.
10 min köcheln lassen, dann 200 ml der Flüssigkeit zugeben, weitere 10 min köcheln lassen. Am Schluß Koriander fein hacken, zusammen mit Zitronensaft dazugeben.

BEMERKUNGEN: Natürlich kann man den Ingwer, den Knoblauch, die Chilis etc. alles durch Instantprodukte austauschen. Aber es muß einem klar sein, daß dabei immer ein wenig verloren geht. Am ehesten lassen sich die Chilischoten durch getrocknete ersetzen. Statt dem grünen Koriander kann man auch Petersilie nehmen. Naja, zur Not, irgendwo muß auch Schluß sein, jetzt habe ich schon das Ghee durch Butter ersetzt und die darüberzustreuenden Granatapfelkerne ganz weggelassen...
Zu den Zutaten: Sie sind alle in einem Asienladen zu erstehen.

12. Lieblingsrezept: Indische Zwiebelsnacks (vegan)

ZUTATEN für etwa 20 Stück:

4 große Zwiebeln
6 Knoblauchzehen
150 g Kichererbsenmehl
75 g Weizenmehl
1 Ei (Freiland)
2 TL Backpulver
1 TL Chilipulver
1 EL Curry
Chilisauce oder Mangochutney
neutrales Pflanzenöl zum Frittieren

Zwiebeln halbieren und in Scheiben schneiden. Knoblauch fein hacken. Übrige Zutaten mit Wasser zu einem Teig vermengen. Zwiebeln und Knoblauch untermengen.
Entweder Friteuse benutzen oder in einer Pfanne das Öl 2 cm hoch eingießen und erhitzen. Mit zwei Eßlöffeln kleine, flache Fladen formen und in das Öl geben. Von beiden Seiten solange braten bis die Snacks goldbraun sind. Auf Küchenpapier auslegen, um sie etwas vom Fett zu befreien.
Mit Chilisauce oder Mangochutney servieren.

BEMERKUNGEN: Das Kichererbsenmehl, das ein wichtiger Geschmacksträger ist, sollte im Asienladen erhältlich sein. Ein bißchen problematisch ist die Konsistenz des Teiges. Das ist halt Gefühls- und Erfahrungssache. Wenn die Fladen nicht besonders formschön sind, macht das übrigens gar nichts! Man kann die Zwiebeln auch vierteln, wenn sie einem damit leichter verarbeitbar erscheinen. Ohne ein bißchen Sauerei wird die Zubereitung übrigens wohl nie abgehen... Un weil wir gerade in Indien sind, hier folgt das leckerste Hähnchencurry, das ich kenne:

13. Lieblingsrezept: Garam Masala Hähnchen

ZUTATEN für 4

2 enthäutete Hähnchenbrüste (Bio)
400 g Kartoffeln
4 Zwiebeln
1/2 Dose gewürfelte Tomaten
3 getrocknete Chilischoten
5 Knoblauchzehen
5 EL neutrales Pflanzenöl
5 EL Joghurt
4 TL Tomatenmark

1 TL Ingwerpulver
2 TL Zimt
1 TL Kardamom
1 TL Koriander
1 TL gemahlener Cumin (Kreuzkümmel)
3 Gewürznelken
3 Lorbeerblätter
3 TL Garam Masala

Die beiden Hähnchenbrüste in der Mitte teilen. Kartoffeln schälen und n kleine Würfel schneiden. Zwiebeln ebenfalls fein würfeln. Chilis und Knoblauch klein schneiden.
Zwiebeln im Öl bei mittlerer Hitze anbraten, nach 3 min die Gewürze (außer dem Garam Masala), Chili und Knoblauch dazugeben. Dabei immer wieder rühren. Nach weiteren 2 min das Hähnchen, die Tomaten, das Joghurt und das Tomatenmark etwa 5 min anbraten.
Dann 400 ml Wasser sowie die Kartoffeln zugeben und zugedeckt bei schwacher Hitze etwa 45 min köcheln lassen. Am Schluß Garam Masala darüberstreuen. Mit Reis servieren.

BEMERKUNGEN: Ein äußerst interessantes und wohlschmeckendes Gericht. Man muß aufpassen, daß am Anfang nichts anbrennt. Wichtig ist auch, daß das Gericht nicht richtig kocht, sondern nur köchelt. Die Gewürze sind alle im Asienladen erhältlich. Verzichtbar ist kein einziges, wer an dieser Stelle knausert, soll es besser ganz bleiben lassen!!! Gewürze sind das Alpha und Omega in der indischen Küche.

14. Lieblingsrezept: Knoblauchhähnchen in Cidresauce

ZUTATEN für 4:

1 (Bio-)hähnchen
18 Knoblauchzehen
1/2 l trockener Cidre, Cider oder Apfelwein
1 Bund Lauch- (Frühlings-)zwiebeln
Mehl
4 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer, eine Prise Cayennepfeffer (Chilipulver)

Hähnchen teilen und Haut abziehen. Salzen, pfeffern und in Mehl wenden. Hähnchenteile im Öl scharf anbraten, bis sie von allen Seiten leicht gebräunt sind. Dann herausnehmen. Hitze deutlich reduzieren, die ganzen Knoblauchzehen goldgelb andünsten.
Hähnchenteile wieder in die Pfanne zurück, mit Cidre aufgießen, 30 min zugedeckt sanft köcheln lassen. Dann Frühlingszwiebeln dazu, weitere 10 min köcheln lassen.
Anschließend Hähnchen und Frühlingszwiebeln wieder herausnehmen und warm stellen. Die Sauce nun im offenen Topf einkochen lassen. Am Schluß mit den Gewürzen abschmecken. Hähnchenteile auf Teller legen, mit der Sauce übergießen und mit Frühlingszwiebeln umlegen. Dazu etwa Baguette.

BEMERKUNGEN: Auch ausgesprochen schmackhaft. Auf die Zeiten und die Temperaturen sollte man achten. Wichtig ist auch, daß es sich um trockenen Cidre handelt, keinesfalls lieblichen nehmen. Wer vor dem vielen Knoblauch zurückschreckt, sollte lieber ein anderes Rezept probieren...

15. Lieblingsrezept: Mud Tod Grathiam Prikthai (Thailändisches Fleischgericht mit Knoblauch)

ZUTATEN für 4:

600 g geschnetzeltes Schweinefleisch
(mit Putenfleisch hab ich es noch nicht ausprobiert)
1 Salatgurke
10 Knoblauchzehen
4 EL neutrales Pflanzenöl
4 EL Fischsauce
2 EL dunkle Sojasauce
1 TL Pfeffer

Knoblauch zerstampfen, mit Pfeffer, Fisch- und Sojasauce mischen und das Fleisch darin 1 Stunde marinieren (Behälter zudecken).
Salatgurke in dünne Streifen schneiden und den Rand einer großen Platte mit Gurkenscheiben auslegen.
Das Fleisch scharf anbraten, bis es rundum gebräunt ist. Fleisch in die Mitte der Platte legen. Dazu Basmatireis.

16. Lieblingsrezept: Scaloppine al limone con spinaci ei agro

ZUTATEN für 4

4 sehr dünn geschnittene Kalbsschnitzel
800 g Spinat
1 Ciabattabrot
2 Zitronen
100 ml trockener Martini oder Cinzano (Vermouth)
20 g Butterschmalz
Olivenöl
Salz, Pfeffer, eine Prise Zucker

Schnitzel mit Klarsichtfolie abdecken und dünn klopfen. Folie entfernen.
8 EL Olivenöl, 6 EL Zitronensaft verrühren und die Schnitzel darin 30 min marinieren, dabei einmal wenden. Spinat gut waschen.
Später Schnitzel abtropfen lassen (Marinade aufbewahren) und mit Küchenkrepp gut trocknen. Schnitzel in Butterschmalz kurz, aber scharf von beiden Seiten anbraten. Schnitzel herausnehmen, salzen, pfeffern, warm stellen.
Fett abgießen. Stattdessen die Marinade und den Martini in die Pfanne, Sauce einkochen lassen, mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker abschmecken.
Gleichzeitig den vom Waschen noch feuchten Spinat in einem leeren, geschlossenen Topf dämpfen, bis er etwas zusammenfällt. Mit Salz, Pfeffer, Olivenöl und Zitronensaft schwenken.
Die Schnitzel auf Teller anrichten, mit Sauce übergießen, daneben Zitronenscheiben und der Spinat. Mit aufgeschnittenem Ciabatta servieren.

BEMERKUNGEN: Ein schönes Beispiel für italienische secondi piatti. Ausgesprochen kalorienarm. Es erfordert ein wenig Feingefühl, das Fleisch durchzugaren, ohne daß es hart wird. Man kann halt nicht hineinschauen. 3 min insgesamt sollten, wenn es wirklich dünn ist, völlig ausreichen (Jörg'sche Unschärferelation: Es ist physikalisch nicht möglich, ein Schnitzel korrekt zu garen und zugleich den Garfortschritt zu messen...). Den Spinat würde ich persönlich als letztes zubereiten. Er sollte sofort serviert werden, die Sauce und das Schnitzel kann man dagegen etwas warmstellen.

17. Lieblingsrezept: Putengeschnetzeltes auf Reis mit Weintrauben

ZUTATEN für 4:

400 g feurig mariniertes Putenschnitzel
500 g weiße Weintrauben
400 g Reis
4 EL Olivenöl
Pfeffer

Reis in Salzwasser kochen. In der Zwischenzeit Weintrauben halbieren und entkernen. Putenschnitzel schnetzeln. Weintrauben und Geschnetzeltes im Öl 5 min braten. Dann muß der Reis fertig sein, der abgeseiht ebenfalls in die Pfanne kommt. Großzügig pfeffern, gut umrühren, servieren.

BEMERKUNGEN: Dieses Rezept ist wirklich sehr schnell zubereitet und ist gerade angesichts der doch recht wenigen Zutaten erstaunlich aufregend. Es zählt auf jeden Fall zu meinen besonderen Lieblingsgerichten, stammt von der lieben Karolina, und ich hoffe nur, daß ich die Rezeptur auch richtig widergegeben habe. Daß es sehr leicht und kalorienarm ist, braucht in Anbetracht der Zutatenliste kaum erwähnt zu werden.

18. Lieblingsrezept: Chili con carne

ZUTATEN für 6:

4 Dosen Kidneybohnen (möglichst wenig gesüßt, nicht die von Bonduelle)
500 g Rinderhack
1 große Zwiebel
5 Knoblauchzehen (Menge nach Belieben)
5 getrocknete Chilischoten (Menge nach Belieben)
2 Dosen Tomaten (à 400g)
1/2 l Fleischbrühe
1 Bund glatte Petersilie
1 TL Kreuzkümmel
2 EL Oregano
2 EL Thymian
5 EL Weißwein
2 EL Olivenöl

Zwiebeln, Chili, Knoblauch fein hacken. Öl erhitzen und Hackfleisch unter Rühren 5 min krümelig braten. Zwiebel, Chili und Knoblauch dazu, 10 min bei schwacher Hitze garen. Tomaten (diese zerdrücken), Bohnen, Brühe und Gewürze dazugeben und im offenen Topf 15 min köcheln lassen. Am Schluß den Wein zugießen, noch 5 min köcheln lassen und dann die gehackte Petersilie darüberstreuen.

BEMERKUNGEN: Mit dem Chili verhält es sich im Grunde wie mit den penne all' arrabiata: Ich habe das ultimative Rezept noch nicht gefunden. Mit der angegebenen Komposition bin ich zwar schon recht zufrieden, aber ich glaube trotzdem, daß es irgendwie immer noch zu verbessern ist... Am besten sollte man das Chili am Vortag zubereiten, dann schmeckt es noch viel besser (Petersilie aber immer frisch dazugeben). Mit gemischtem Hackfleisch schmeckt es übrigens auch. Wer will, kann auch noch eine Paprika reinkochen, aber ich verzichte lieber darauf.

19. Lieblingsrezept: Heilbuttfilets mit Zitrone, Sardellen, Kapern und
Rosmarin auf sizilianische Art (ohne Fleisch)


ZUTATEN für 4:
4 Heilbuttfilets
2 große Zitronen
8 Sardellen
1 Handvoll Kapern
1 Handvoll Rosmarinblätter
Olivenöl
Salz und Pfeffer
2 EL Weißwein

Backofen auf 200° vorheizen. Rosmarin in einem Mörser zerstoßen, mit 7 EL Olivenöl mischen und den Fisch mit der Hälfte dieses Öles bestreichen, mit Salz und Pfeffer würzen und in eine feuerfeste Form geben. Auf jedes Filet ein paar Zitronenscheiben und 2 Sardellen legen, Kapern darüberstreuen. Mit dem restlichen aromatisierten Öl und etwas Wein beträufeln und 15 min backen.
Danach herausnehmen und 5 min ruhen lassen. Noch mit etwas Zitronensaft betreufeln, die Filets zusammen mit dem Bratensaft auf Tellern anrichten. Dazu grünes Gemüse (siehe spinaci ei agro oben) oder Salat.

BEMERKUNGEN: Von meinem Lieblingskoch Jamie Oliver. Ich kann mir nicht vorstellen, was schiefgehen könnte.

20. Lieblingsrezept: Fischfilet mit Zucchini (ohne Fleisch)

ZUTATEN für 4:

4 Fischfilets
400 g Zucchini
100 ml trockener Weißwein
Zitronensaft
2 EL Butter
2 EL Butterschmalz
Salz, Pfeffer, Muskatnuß

Fisch mit Zitronensaft beträufeln. Zucchini dünn schneiden, die Scheiben in Butter anbraten, bis sie glasig sind. Salzen, pfeffern und mit Muskat würzen. Wein zugießen und 10 min köcheln lassen. In der Zeit den Fisch abtupfen und in Butterschmalz von jeder Seite 2 min braten. Danach salzen, pfeffern und mit den Zucchini und der Sauce anrichten. Dazu passen Kartoffeln oder auch Reis.

BEMERKUNGEN: Es sollte auf jeden Fall Muskatnuß frisch gerieben werden, sie schmeckt einfach ganz anders als gefriergemahlene. (Für den Pfeffer sollte das sowieso klar sein...) Für den Zitronensaft kann man dagegen auch fertigen nehmen. Er dient vor allem dazu, dem Fisch etwas mehr Festigkeit zu verleihen.
Das Gericht ist preisgünstig und sehr leicht und schnell herzustellen. In guten 20 min ist alles fertig.

21. Lieblingsrezept: Seezunge in Safransauce (ohne Fleisch)

ZUTATEN für 4:

2 küchenfertige Seezungen (je 400 g)
1 Handvoll Kerbel
Zitronensaft
1 kleine Zwiebel
1 Salatgurke
2 EL Butter
1 Döschen Safran
150 ml Fischfond
2 EL Crème fraîche
Salz, weißer Pfeffer

Seezungen mit Zitronensaft beträufeln, salzen und pfeffern. Zwiebel fein hacken, Gurke schälen, entkernen und in Würfel schneiden.
Zwiebel, Gurke und Safran in der Butter andünsten. Dann Fischfond zugießen, Crème fraîche einrühren, salzen und pfeffern. Aufkochen lassen, dann die Seezungen einlegen. Nun Topf vom Herd nehmen und den Fisch zugedeckt 5 min ziehen lassen. Währenddessen den Kerbel waschen.
Den Fisch auf Teller legen, die Sauce mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken. Kerbel darüberstreuen und zum Fisch servieren. Als Beilage zum Beispiel Reis.

BEMERKUNGEN: Das ist ein etwas teureres Gericht, aber sehr lecker. Für besondere Anlässe. Sehr kalorienarm.

22. Lieblingsrezept: Kartoffel-Pilz-Gratin (vegetarisch)

ZUTATEN für 4:

500 g mehlig kochende Kartoffeln
250 g Egerlinge
200 g Sahne
150 g Mozzarella
1 Bund Petersilie
Fett
Salz, Pfeffer, Muskatnuß

Pilze und Mozarella in Scheiben schneiden. Kartoffeln in feine Scheiben hobeln.
Auflaufform mit Fett ausstreichen. Kartoffeln und Pilze abwechseln hineinschichten. Jede Schicht mit den Gewürzen würzen. Mozarella oben auf dem Gratin verteilen, Sahne seitlich angießen.
Das Gratin 50 min bei 190° backen. Am Schluß mit gehackter Petersilie bestreut servieren.

BEMERKUNGEN: Ein leicht zuzubereitender, wohlschmeckender Auflauf. Aufläufe brauchen vor allem etwas Zeit. Ist man zu ungeduldig, sind entweder die Kartoffeln noch nicht weich, oder das Gratin noch zu flüssig oder aber - wenn man mit Hilfe des Temperaturreglers die Sache beschleunigen will - verbrannt. Am Schluß sollte oben der Käse leicht gebräunt sein.
Egerlinge (braun) sind etwas geschmackvoller als Champignons. Auf alle Fälle sollten die Pilze frisch sein. Pilze aus der Dose oder dem Glas gehören VERBOTEN!!!
Das aufwendige und geschmacksvernichtende Waschen der Pilze erübrig sich übrigens bei Zuchtpilzen in aller Regel. Wenn man Pilze überhaupt säubern will, dann grundsätzlich nur mit einem feuchten Schwamm.

23. Lieblingsrezept: Extrem leckere Himbeer-Baisser-Süßspeise (vegetarisch)

ZUTATEN für 4

500 ml Milch
100 g Semmelbrösel
200 g Zucker
4 Eier (aus Freilandhaltung)
4 EL Himbeerkonfitüre

Drei Eier trennen. Die Eigelbe zusammen mit dem restlichen ganzen Ei in einer Schüssel schaumig schlagen. Milch, Semmelbrösel und 75 g Zucker dazugeben.
Auflaufform mit Konfitüre ausstreichen, die Mischung darübergießen. Im vorgeheizten Backofen bei 150° 1 Stunde backen.
Die drei Eiweiße steif schlagen und den restlichen Zucker zugeben, bis er sich mit dem Eischnee ganz vermischt hat. Den Eischnee auf dem "Teig" im Ofen verteilen und etwa noch 15 min backen, bis das Baisser leicht gebräunt ist.

BEMERKUNGEN: Wirklich klasse. Wichtig ist, daß die Eier sauber getrennt werden, daß an den Rühr- und Schlaggeräten kein Fett klebt und daß der Eischnee wirklich richtig steif ist (will sagen: er darf aus dem umgekippten Gefäß nicht mehr herauslaufen). Man kann es auch mit anderer Konfitüre versuchen, Erdbeere hat mich allerdings nicht so sehr überzeugt, aber das ist wohl Geschmacksache. Jeder nimmt wohl am besten das, was er sich am liebsten aufs Frühstücksbrötchen streicht... (Nein, keinen Kräuterkäse...!)

24. Lieblingsrezept: Ananas mit Minzzucker (vegetarisch)

ZUTATEN für 4:

1 reife Ananas
Joghurt
5 EL Zucker
1 Handvoll frische Minze

Ananas schälen, Kern und Augen entfernen, irgendwie in Scheibchen schneiden. Mit Joghurt auf Tellern anrichten.
Minze und Zucker im Mörser zerstampfen (der Show wegen am besten vor den Gästen), über die Ananas geben.

BEMERKUNGEN: Schmeckt herrlich erfrischend.

25. Lieblingsrezept: Mittelalterlicher Gewürzwein

Das Rezept zu diesem aufregenden Getränk findet ihr unter "Mittelalter".

Als Kochbuch kann ich übrigens "Unser Kochbuch Nr.1", München 1996, aus dem Gräfe und Unzer Verlag besonders empfehlen. Einige meiner Rezepte sind von dort (in abgeänderter Form) übernommen.



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